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R2: Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung reduzieren!

Veranstaltung: 36. ordentliche Landesdelegiertenkonferenz Bündnis 90/Die Grünen Brandenburg
AntragsstellerIn: Landesvorstand (Wurzelwerk-Profil)
Status: Eingereicht
Eingereicht: 10.10.2015, 09:00 Uhr

Antragstext

2Zusammen mit Spanien bildet Deutschland beim Einsatz von Antibiotika in der
3Nutztierhaltung europaweit die Spitze. Die Menge der verabreichten Antibiotika
4pro erzeugter Tonne Fleisch ist in etwa doppelt so hoch wie in den Niederlanden
5und fünfmal so hoch wie in Dänemark. In der Tiermast werden allein doppelt so
6große Mengen an Antibiotika eingesetzt wie in der Humanmedizin. Nur dadurch
7können die Folgen nicht artgerechter Haltungsbedingungen, vor allem bei
8Schweinen und Geflügel, kaschiert werden.
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9Der flächendeckende Einsatz von Antibiotika hat aber eine erhebliche
10Nebenwirkung: Er begünstigt die Selektion von antibiotikaresistenten
11Bakterienstämmen. Multiresistente Keime sind auch in brandenburgischen
12Krankenhäusern bereits ein erhebliches Problem. Die Zahl der Patienten, die
13alljährlich in deutschen Krankenhäusern durch multiresistente Erreger sterben,
14wird auf 30.000 geschätzt. Egal ob in der Humanmedizin oder in der Tiermast: Wir
15können es uns daher keinesfalls erlauben, die Selektion antibiotikaresistente
16Keime unnötig zu begünstigen.
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17Zwar hat die Kritik von Ärzten, Gesundheitsorganisationen, Umweltverbänden und
18uns Grünen dazu geführt, dass in Deutschland der Einsatz von Antibiotika in der
19Tierhaltung leicht zurückgeht. In den meisten Fällen liegt das aber am
20vermehrten Einsatz sogenannter „Reserve-Antibiotika“, die hochwirksam sind und
21daher in geringeren Mengen eingesetzt werden. Dass es anders gehen kann, zeigen
22die Niederlande: Auch dort ging nach einer gesellschaftlichen Debatte der
23Einsatz der Antibiotika deutlich zurück, ohne dass der Einsatz von „Reserve-
24Antibiotika“ deutlich stieg. Stattdessen wurden dort die Haltungsbedingungen
25verändert und Antibiotika viel zielgenauer eingesetzt.
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26Wir brauchen auch in Deutschland und vor allem in Brandenburg eine Kehrtwende
27bei der Anwendung von Antibiotika in der Tiermast. Wir fordern, dass verstärkt
28das einzelne Tier im Krankheitsfall behandelt wird und nicht wie beispielsweise
29bei Geflügel oft große Gruppen über das gemeinsame Trinkwasser. Damit wird das
30gesetzliche Verbot prophylaktischer Antibiotikagaben nämlich de facto
31unterlaufen. Außerdem setzen wir uns für den verstärkten Einsatz sogenannter
32„Antibiogramme“ ein, damit das jeweils passende Antibiotikum statt eines
33Breitbandmittels verabreicht wird.
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34Vor allem aber fordern wir eine artgerechte Haltung und eine Kehrtwende hin zu
35bäuerlichen Betrieben. Agrarminister Vogelsänger setzt stattdessen aber weiter
36auf den Ausbau von Mega-Anlagen. Zusätzlich zu den 12 Millionen in Brandenburg
37bestehenden Tierplätzen in Großmastanlagen für Legehennen, Hähnchen, Enten und
38Puten befinden sich derzeit weitere 880.000 Tierplätze im Genehmigungsverfahren.
39Bei der Schweinehaltung sieht die Entwicklung ähnlich aus.
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40Wir fordern die Landesregierung daher auf, die Förderung von Mega-Ställen
41umgehend einzustellen und sich auf Bundesebene für die Abschaffung von
42Mengenrabatten beim Kauf von Antibiotika einzusetzen.
43Wir freuen uns über die große Unterstützung vieler Brandenburgerinnen und
44Brandenburger für das Volksbegehren gegen Massentierhaltung und rufen alle
45Bürgerinnen und Bürger unseres Landes, die noch nicht unterschrieben haben, zur
46Unterzeichnung auf.
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Änderungsanträge

keine