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V6neu: Wenn nicht jetzt, wann dann? - Ausweitung der Sportförderung für den Gesundheits- und Breitensport nutzen!

Antragstext

2Die rot-rote Landesregierung will zur Stärkung des Breiten-, Behinderten- und
3Leistungssports die Sportförderung ab 2017 auf 17 Millionen Euro pro Jahr
4erhöhen („Koalitionsvertrag zwischen SPD Brandenburg und DIE LINKE Brandenburg
5für die 6. Wahlperiode des Brandenburger Landtages“
, Seite 13). Artikel 35 der
6Verfassung des Landes Brandenburg unterscheidet unter Auslassung der nicht klar
7abgrenzbaren Kategorie „Leistungssport“ allein zwischen Breiten- und
8Spitzensport.
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9Von den insgesamt 2.925 Sportvereinen weisen nur ca. 30 Vereine dem Spitzensport
10zuzuordnende A- bis C-Kader auf. Selbst die Mitglieder dieser 30 Sportvereine
11sind in ihrer übergroßen Mehrzahl Breitensportlerinnen und -sportler. Da nicht
12alle Vereine meldepflichtig sind und auch viele Bürgerinnen und Bürger
13Brandenburgs außerhalb von Vereinsstrukturen Sport treiben, ist von einer noch
14höheren Anzahl der Breitensportlerinnen und -sportler auszugehen.
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15Im Bereich des Gesundheitssports bieten von 2.925 Vereinen nur 104 Vereine
16zertifizierte Präventionssport- bzw. Rehabilitationssportangebote an. Es fehlen
17entsprechend ausgestattete Förderprogramme. Derzeit werden maximal
18Übungsleiterinnen und Übungsleiter ausgebildet.
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19In diesem Zusammenhang ist auf die Thematik der Landessportkonferenzen von 2013
20und 2014 hinzuweisen, in deren Ergebnis dem Landessportbund Brandenburg (LSB)
21empfohlen wird, verstärkt darauf hinzuwirken, dass deutlich mehr Sportvereine
22gesundheitsbezogene Bewegungsangebote unterbreiten. Zudem soll im Rahmen der
23fortzuschreibenden „Seniorenpolitischen Leitlinien“ ein Programm „Sport im
24Alter“
in Kooperation mit dem LSB Brandenburg entwickelt werden. Doch auch bei
25den Jüngsten besteht Handlungsbedarf. So nutzen beispielsweise in Mecklenburg-
26Vorpommern 50% mehr Kinder die Vereinssportangebote als in Brandenburg. In
27unserem Bundesland bestehen bei Kindern (0-6 Jahre), Mädchen/Frauen und Älteren
28(über 60 Jahre) die größten Beteiligungsdefizite und somit gleichzeitig die
29größten Mobilisierungspotentiale.
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30Gemäß dem Strategiepapier „Sportland 2020 - gemeinsam Perspektiven entwickeln“
31verpflichtet sich der LSB Brandenburg, in allen Altersklassen bei der
32Mitgliederanzahl auf das Durchschnittsniveau der neuen Bundesländer zu kommen.
33Hintergrund ist die dem LSB Brandenburg von dem Deutschem Olympischem Sportbund
34(DOSB) und der Enquete-Kommission („Aufarbeitung der Geschichte und Bewältigung
35von Folgen der SED-Diktatur und des Übergangs in einen demokratischen
36Rechtsstaat im Land Brandenburg
“) attestierte Schlusslichtposition unter allen
3716 Bundesländern mit Bezug auf die Beteiligung am Vereinssport. Die Beteiligung
38liegt im Bundesdurchschnitt bei 34 %, hingegen in Brandenburg nur bei 12,7 %.
39Bei der bisherigen Prioritätensetzung für den Mitteleinsatz durch den LSB
40Brandenburg wird dieses Ziel nicht erreichbar sein. Die Prioritätensetzung ist
41daher so zu verändern, dass das laut Landesverfassung (Artikel 35) „ausgewogene
42Verhältnis von Breiten- und Spitzensport“ auch tatsächlich hergestellt wird.
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43Die Landesdelegiertenkonferenz fordert die Landesregierung daher auf, sich bei
44der angestrebten Ausweitung der Sportförderung in Brandenburg für die bewusste
45Förderung des Gesundheits- und Breitensports einzusetzen. Die Landtagsfraktion
46von Bündnis 90/Die Grünen Brandenburg wird diesen Prozess kritisch begleiten
47(vgl. Landtagswahlprogramm 2014, Seite 137 ff.). Hierzu ist insbesondere darauf
48hinzuwirken, dass zum einen die Autonomie des Sports berücksichtigt, aber auch
49durch Setzung von Rahmenbedingungen durch das Land die Grundverantwortung
50eingefordert wird. Da bisher sehr stark der Spitzensport vom Land Brandenburg
51gefördert wurde, muss sich die Erhöhung im Sporthaushalt auf die Förderung des
52Breiten- und Gesundheitssports sowie der Förderung bisher unterrepräsentierter
53Zielgruppen auswirken.
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54Es soll deshalb von der Landtagsfraktion auch die Herstellung der Transparenz
55bei der weiteren Mittelverteilung i.H.v. 1 Million Euro in der Sportförderung
56gegenüber dem Landtag der beantragt werden. Durch eine zweckgebundene Förderung
57des Breiten- und Gesundheitssports sollen die Vereine direkt mit einbezogen
58werden.
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Begründung

Nach Artikel 35 der Landesverfassung ist die Sportförderung des Landes, der Gemeinden und Gemeindeverbände auf ein ausgewogenes und bedarfsgerechtes Verhältnis von Breitensport und Spitzensport gerichtet. Sie soll die besonderen Bedürfnisse von Schülern, Studenten, Senioren und Menschen mit Behinderungen berücksichtigen.

Das Land Brandenburg zeigt großes Engagement beim Spitzensport. Im Bereich des Breitensports ist Brandenburg allerdings deutlich schlechter aufgestellt. Ein Bewertungskriterium bei der Mitgliederentwicklung im Sportverein ist der Organisationsgrad, also die Mitgliedschaft in einem Sportverein.

Der Organisationsgrad liegt in den ostdeutschen Ländern nur zwischen 12,7 bis 16,6 Prozent, wobei laut Enquete-Kommission Brandenburg das Schlusslicht aller Bundesländer bildet. Die größten Beteiligungsdefizite und damit gleichzeitig die größten Mobilisierungspotentiale bestehen in Brandenburg bei Kindern (0-6 Jahre), Mädchen/Frauen und Älteren (über 60 Jahre). Die bisherige Förderung erfolgte über den LSB Brandenburg, war aber bisher nicht zielführend. Es ist offenkundig, dass bei der Sportförderung kein ausgewogenes und bedarfsgerechtes Verhältnis besteht.

Änderungsanträge

keine